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Textpattern und SEO (Suchmaschinenoptimierung)
Suchmaschinenoptimierung ist ein in der heutigen Zeit absolut unverzichtbares Mittel, um Webseiten so in den Suchergebnissen zu platzieren, dass sie auch gefunden werden. Jeder Mensch, der Webseiten (gleich ob privat oder gewerblich) unterhält, sollte hier zumindest die Grundbegriffe kennen. Kein Content Management System stellt uns ohne unser manuelles Eingreifen SEO zu Verfügung, sodass uns die Implementierung obliegt. Doch worauf ist zu achten?
Onpage Suchmaschinenoptimierung mit Textpattern

Heutzutage einfach irgendeine Webseite ohne jegliches Wissen um SEO ins Netz zu stellen ist recht witzlos und Zeit; sowie Geldverschwendung. Es sei denn, man nennt einfach nur eine Hobbypage sein Eigen und hat diese Webseite einfach nur der Selbstprofilierung wegen.
Die allermeisten Webseiten jedoch verfolgen kommerzielle oder marketingtechnische Zwecke und sind daher auf eine Auffindbarkeit angewiesen. Werfen wir also einen kurzen Blick auf die Grundanforderungen der Suchmaschinenoptimierung.
SEO – die Grundbegriffe
Die wichtigsten Voraussetzungen für eine passende Optimierung einer Webseite wären zuerst einmal die Einhaltung der aktuellen Webstandards. Dies meint, dass Layout und Inhalt voneinander getrennt sein müssen und das für jede Sache auch das vorgesehene HTML-Element genutzt wird. Desweiteren sollte der Quellcode valide (also Fehlerfrei) und semantisch korrekt sein. Wichtige Überschriften mit Grafiken auszuzeichnen ohne Image-Replacement Techniken einzusetzen ist daher keine gute Idee.
Wichtige Meta-Tags
Von den im Headbereich einer Webseite befindlichen Meta-Tags sind gleich 3 für eine suchmaschinenfreundliche Webseite wichtig.
1.) Der Title Tag
Der Titel einer Webseite ist ein extrem wichtiges Element, dem wir größte Beachtung schenken sollten. Er sollte aussagekräftig sein, bereits die wichtigsten Keywörter (Suchbegriffe) beinhalten und auf jeder einzelnen Unterseite einer Webseite verschieden sein. Hört sich einfach an, hm? Ist es aber nicht, denn hier fangen bereits die ersten Schwierigkeiten mit Textpattern an.
Nutzt Ihr die Default-Page für Artikellisten (so wie ich mit dieser Seite hier) ist auch auf Seite 2 alles im grünen Bereich. Interessant wird es, wenn Ihr auch für Kategorielisten die Default-Page nutzt. Dort hat eine Seite 2 nämlich den selben Titel wie die erste Seite. Und genau das nimmt Google Euch sehr übel, da es als duplicate content gewertet wird; also als doppelter Inhalt.
Gleich zwei Lösungen bieten sich hier an: erstens, ich setze alle Artikellisten außer der Startseite auf noindex, oder ich sorge dafür, dass die Seite 2 der Kategorielistung einen eigenständigen Titel bekommt. Hierzu kann ich das ganz hervorragende Plugin rsx_page_number in Verbindung mit einem verschachtelten Textpattern-Tage Code nutzen. Der Code für meine Startseite sieht so aus:
<txp:if_author><title>Alle Artikel dieses Autors | <txp:page_title /></title><txp:else /><txp:if_category> <title>Kategorie <txp:category title="1" /> - Seite <txp:rsx_page_number /> | <txp:site_name /></title> <txp:else /><txp:if_section name=""><title><txp:page_title /> - <txp:site_slogan /></title></txp:if_section> </txp:if_category></txp:if_author>
Bei Textpattern Seiten gibt es übrigens keinen »eierlegenden Wollmilchsau Code«, sondern es muß immer etwas experimentiert werden. Eine Änderung der Seitenvorlagen und/oder Sektionen erfordert immer einen unterschiedlichen Code.
2.) Der kanonische Link
Ein sogenannter kanonischer Link soll vor doppeltem internen Content schützen und Google aufzeigen, welche URL in den Index aufgenommen werden soll. Bei Verwendung von sogenannten Pretty URLs ist eine Webseite trotzdem noch unter der serienmäßigen unordentlichen (messy) URL erreichbar. Hier ein Beispiel mit (oben) messy URL und Pretty URL:
http://www.example.com/product.php?item=swedish-fish http://www.example.com/products/swedish-fish/
Um dem beschriebenen Szenario vorzubeugen implementieren wir auf jeder einzelnen Unterseite unserer Webseite einen kanonischen Link.
<link rel="canonical" href="http://www.example.com/products/swedish-fish/" />
Auch hier darf gerne wieder experimentiert werden, da nicht jeder Code in jeder Konstelation immer zuverlässig funktioniert. Bei dieser Seite unterscheidet sich der für die dynamische Implementierung zuständige Code für Startseite und Unterseiten. Mein Codeschnipsel für die Startseite:
<txp:if_category><link rel="canonical" href="http://tutsandtipps.the-netbrain.de<txp:page_url />"/><txp:else /><txp:if_section name=""><link rel="canonical" href="http://tutsandtipps.the- netbrain.de<txp:page_url />"/></txp:if_section> </txp:if_category>
3.) Meta Descrition
Der meta name="description" Tag ist ein wirklich wichtiges Element, da er bei Google als Beschreibung der Webseite erscheint.

Hier haben wir bereits eine der besten Möglichkeiten, um wichtige Keywords, unter denen unsere Webseite gefunden werden soll, zu platzieren. Bitte jedoch darauf achten, dass es eine schlüssige Beschreibung für Maschine und Mensch abgibt, da es ansonsten auch als Keyword-Spamming gewertet werden kann. Die optimale Länge dieser Beschreibung liegt bei etwa 165 Zeichen. Längere Texte werden von Google abgeschnitten.
All you need is speed – die Ladegeschwindigkeit
Seit Anfang April ist es offiziell: Google hat die Ladegeschwindigkeit einer Webseite zum Rankingfaktor gemacht! Das wird in naher Zukunft dem einen oder anderen Webmaster noch fürchterliches Kopfweh bescheren, denn Google gibt knallharte Richtlinien vor: der Wert, den Google als Schwellenwert zwischen schnell und langsam vorsieht, ist mit 1,5 Sekunden Ladezeit angegeben. Und bevor hier ein Aufatmen durch die Runde geht: Google meint damit die komplette Ladezeit incl. JavaScript.
Die Suchmaschine sieht eine Webseite eben nicht wie ein Mensch, der zum Beispiel meine Webseite sich rasend schnell aufbauen sieht. Googles Robots haben die Sichtweise einer Maschine und die beachtet auch den JavaScript Anteil der Webseite. Um eine Webseite für einen menschlichen Besucher schnell erscheinen zu lassen, packt man einfach alles JavaScript einer Webseite in den Footer vor dem schließenden </body> Tag, sodass erst die Webseite schnell und dann das JavaScript fast unsichtbar im Hintergrund fertig geladen wird. Aus Sicht der Maschine jedoch ist die Webseite erst mit JavaScript vollständig geladen.
Ein Beispiel: trotz einer ganzen Menge an Geschwindigkeitsoptimierung benötigt diese Seite ca. 2.5 Sekunden, um sich vollständig aufzubauen. Nach etwas über einer Sekunde steht die Seite für einen Menschen augenscheinlich vollständig da und erst nach weiteren ca. 1.5 Sekunden ist das JavaScript komplett geladen (kann an den grünen Pfeilen der Navigation oben beobachtet werden).
Selbst meine sehr schnelle Seite braucht also laut Google bereits ca. eine Sekunde zuviel Ladezeit. Entschärfend kann hier aber angeführt werden, dass sich die Webseiten nur jeweils mit direkten Konkurrenten messen lassen müssen. In meinem Fall wären das z.B. Seiten wie das Smashing Magazine und ähnliche. Sobald die schneller geladen werden wie die meine fange ich wieder an zu optimieren.
Textpattern Webseiten schnell machen
Wie man mit viel Aufwand eine Textpattern Seite richtig schnell macht, habe ich ja bereits vorgestellt. Ergänzend hierzu ein kleiner Trick mit wenig Aufwand: Textpattern liefert serienmäßig keine Möglichkeit, eine Webseite komprimiert und damit schnell auszuliefern. Mit nur ca. 5 Minuten Aufwand können wir bereits erheblichen Geschwindigkeitzuwachs erreichen. Das wirklich sehr gute und empfehlenswerte Plugin aks_header liefert uns gleich 2 Vorteile, denn erstens können wir mit diesem Plugin eine Komprimierung erreichen und zweitens kann das Plugin auch noch unseren HTML-Quellcode auf nur noch eine Zeile zusammenschrumpfen. Wir erreichen also mit nur einem einzigen Tag eine doppelte Komprimierung und eine erheblich geringere Dateigröße unseres Quellcodes, was eine schnellere Auslieferung zu Folge hat. Ausprobieren!
Die Mär von den Meta-Keywords
Seit Anbeginn des Webdesigns implementieren Webdesigner den berühmten meta Keywords Tag und glauben fest an die Wirkung der dort platzierten Suchbegriffe.
<meta name="keywords" content="webdesign,webentwicklung,css,html,php,textpattern,wordpress,photoshop" />
Unser Freund Google interessiert sich leider so garnicht für die dort platzierten Keywords, weil diese mittlerweile bereits an etlichen anderen Stellen von der Suchmaschine direkt ausgelesen werden. Auf diesen Seiten kann man hervorragend beobachten, dass ich den Tag aus alter Gewohnheit nur noch auf Artikellist-Seiten platziert habe. Meine individuellen Artikel jedoch kommen ganz ohne daher.
Doch wo genau zieht Google sich den nun die Keywords her? Zwei kleine Grafiken veranschaulichen das mal:

Einmal bereits aus dem Title-Tag, der sehr schön für solche Zwecke genutzt werden sollte.

Unter anderem sehen wir hier bereits wieder die Verwendung von Keywords, jedoch ist die Überschrift eines Artikels noch aus einem anderen Grund sehr wichtig und muss daher mit dem korrekten HTML-Element h1 ausgezeichnet werden: Anhand dieser Überschrift zieht Google bereits Rückschlüsse auf den folgenden Inhalt und gewichtet daher entsprechend den Artikel in den Suchergebnissen. Kleine Ursache, große Wirkung.
Letzte Empfehlung und Fazit
Als wirklich letzte und erstklassige Empfehlung kann nur noch das Anlegen eines Accounts bei den Google Webmaster Tools gelten. Mit diesem Account und einer immer aktuellen Google-Sitemap fällt es der Suchmaschine bedeutend leichter eine Webseite komplett zu indexieren. Eine XML-Sitemap ist daher Pflicht! Ein sehr gutes Plugin, um eine immer sich dynamisch erstellende Sitemap zu generieren ist Jukka Svahns rah_sitemap. Installieren, konfigurieren und über die Webmaster-Tools die URL der Sitemap an Google übermitteln. Schon hat man bedeutend schneller mehr Seiten im Index als die keine Sitemap nutzende Konkurrenz.
Fazit
Mit Hintergrundwissen und ständiger Arbeit an einer Webseite, sowie einer korrekten Arbeitsweise ohne den Gedanken an Manipulation wird man mit einem anständigen und guten Platz in den Suchergebnissen belohnt. Jedoch ist guter, einmaliger und hochqualitativer Inhalt immer noch die beste Suchmaschinenoptimierung, die es gibt.
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Andreas Hecht ist freiberuflicher Webdesigner/Webentwickler und Systemadministrator mit den folgenden Microsoft Zertifizierungen: MCP, MCSA, MCSA Messaging, MCSE, MCTS und dem Cisco CCNA Zertifikat.
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