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Transkulturelles Webdesign erfordert Hintergrundwissen
Die Globalisierung schreitet voran. Dank der Möglichkeiten des Internets sind Angebote und Dienstleistungen weltweit verfügbar. Anbieter stellen anhand einer Webseite, die in diversen Sprachvarianten verfügbar ist, ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Dabei ist jedoch Achtsamkeit geboten.
Die Dinge, die man bei der Erstellung einer transkulturellen Webseite beachten muss, stellt dieser Artikel vor.
Die Lokalisierung einer Webseite erfordert also viel Wissen um kulturelle Eigenheiten. Die Inhalte einer Webseite sollten fein angepasst werden auf die Regionen, in denen sie abrufbar sind. Dabei spielen nicht nur geografische, sondern auch ethnische Besonderheiten eine Rolle. Denn Kultur ist nicht gleich Kultur. Viele Gestiken und Symbole, die in westlichen Ländern üblich sind, haben in fernöstlichen Kulturen eine völlig andere Bedeutung. Das ist bei der Webseitengestaltung zu berücksichtigen.
Sprache und Gestiken sind sensible Kommunikationsmittel
Schon bei der Übersetzung machen einige Webseitenbetreiber den Fehler, Wort für Wort zu übersetzen. Dabei kommen meist ungewöhnliche und teils lustige Texte heraus. Kunden lassen sich aber nicht mit einer unprofessionellen Ansprache locken. Geflügelte Worte, Redewendungen und Umgangssprachliche Wendungen sollte daher ein Muttersprachler formulieren oder zumindest prüfen. Ansonsten könnte das Ergebnis sein, dass die schönste Webseite im Ausland nur Lacher und Mitleid erntet.
Die Konzeption einer Webseite betrifft jedoch nicht nur die Sprache. Auch den grafischen Elementen sollte große Beachtung geschenkt werden. Die Gestik „Daumen hoch“ hat in westlichen Kulturkreisen eine positive Bedeutung. Sie bedeutet, dass alles klar ist oder ein Urteil positiv ausfällt. Daumen hoch kann auch so viel wie „gut gemacht“ heißen. Das verhält sich aber im Iran, in Bangladesch und auch in Thailand völlig anders. Hier gilt der Daumen, der nach oben zeigt, als eine obszöne Geste. Wenn auf einer Webseite nun ein Bild mit der Geste „Daumen hoch“ erscheint, dürfte das Bild auf Thailänder schockierend wirken. Damit lässt sich bestimmt nicht Kundengewinnung betreiben.
Nutzerführung mit abgestimmter Navigation
Asiaten surfen gerne im Internet. Mehr als 40 Prozent der weltweiten Internetnutzer kommen aus Asien. Sie dominieren also die Internetwelt. Viele Europäer wissen jedoch nicht, dass Asiaten die parallele Navigation bevorzugen. Im Gegensatz dazu sind die Europäer die lineare Navigation gewohnt. Bei der parallelen Navigation ändern sich Bilder und auch die Links andauernd. Sie wandeln sich um und verstecken Informationen hinter ihren Titeln. Sobald der Cursor den Titel ansteuert, werden die vorher unsichtbaren Informationen sichtbar. Einige Menüs kommen hier zum Zuge. Und sobald sich eine neue Seite aufbaut, öffnet sich auch ein neuer Browser. Europäern ist diese Navigation fremd. Die in Europa übliche lineare Navigation gibt dem Internetnutzer einen Weg vor, der ihn durch eine Webseite trägt.
In Tabellenform sind die Seiten bei linearer Navigation aufgebaut. Annähernd automatisch gelangt der Nutzer zum nächsten Punkt, wenn er beispielsweise eine Bestellung aufgibt. Der Weg wird im Englischen auch Bread Crumb Trail genannt. Anhand der sicheren Weiterleitung gelangt der Nutzer schließlich bis zum Ziel, zum Beispiel zum Abschluss eines Bestellvorgangs. Der User kann jedoch jederzeit entscheiden, wieder aus dem Bestellprozess auszusteigen. Im Gegensatz zu paralleler Navigation öffnen sich die einzelnen Seiten immer im gleichen Browser. Ausnahmen auf dem europäischen Markt sind Fotogalerien und Online-Kurs-Angebote. Diese machen sich nämlich die Vorteile der parallelen Navigation zunutze, wenn sich neue Browser öffnen für einen neuen Video-Kurs beispielsweise.
Suchmaschinenoptimierung erfordert sprachliches Fingerspitzengefühl
Transkulturelles Webdesign ist nicht nur hinsichtlich der Nutzerführung bedeutsam. Auch die sprachliche Qualität von Webseiten ist bedeutsam. Wenn ein potenzieller Kunde schlechte sprachliche Formulierungen auf einem Webseite findet, dann wird er eher abspringen, als sich weiter um Informationen bemühen. Die sogenannten „Bounce-Raten“ steigen. Um Nutzer jedoch neu zu gewinnen und zu binden, sind Sprache und Optik in Einklang zu bringen mit den kulturellen Gewohnheiten von Bevölkerungsgruppen.
Viele Nutzer finden Webseiten über Suchbegriffe. Also macht es sich bezahlt, Webangebote genau auf ausgewählte Suchbegriffe abzustimmen. Die Inhalte sollten die Suchbegriffe aufnehmen, so dass Suchmaschinen-Robots diese lesen und gewichten, um die Seiten dann in den Suchergebnislisten zu zeigen. Redewendungen und umgangssprachliche Wendungen machen auch häufig Sinn, denn die Nutzer suchen, wie es ihnen gefällt. Die Anbieter sollten sich an die Nutzergewohnheiten anpassen.
Christian Arno ist Gründer und Geschäftsführer des internationalen Übersetzungsbüro Lingo24, der auf drei Kontinenten tätig ist. Folge Lingo24 auf Twitter @l24de.
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